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Löschmaßnahmen begannen daher nur mit Sicherheitsabstand. Um die lebenden Tiere retten zu können, war eine Sicherung des Lkw und die spätere Öffnung des Daches notwendig. Der Einsatzleiter ließ daher noch vor den beginnenden Löschmaßnahmen um 02:10 Uhr den erweiterten Rüstzug der Freiwilligen Feuerwehr Homberg (Efze) alarmieren, der das Fahrzeug sichern und entladen sollte. In der ersten Phase des Feuerwehreinsatzes löschten die Kräfte des StLF 20/25 und die beiden TSF-W, bis mit den Tanklöschfahrzeugen aus Bad Hersfeld und Homberg (Efze) ausreichend Wasser zur Verfügung stand. Ein vollständiges Übergreifen auf die Ladung des Tiertransporters konnte verhindert werden. Lediglich vorne waren der Aufbau und einige Enten betroffen. Da sich freilaufende Enten auf der Fahrbahn befanden, musste auch die Nordbahn gesperrt werden. Mit der maschinellen Zugeinrichtung des Rüstzugs der Freiwilligen Feuerwehr Homberg (Efze) begann um 02:40 Uhr die Sicherung des Lkw. Danach konnten drei Trupps unter Atemschutz noch kleinere Nachlöscharbeiten im Innern des Zugfahrzeuges erledigen. Gegen 03:15 Uhr war das Feuer gelöscht. Jedoch waren FLORIAN HESSEN 07-08/2014 Entladen der Enten durch Feuerwehrangehörige aus Bad Hersfeld und Homberg (Efze). größere Mengen Diesel in die Straßenentwässerung geflossen, worüber die Einsatzleitung die Untere Wasserbehörde informierte. Einige aus dem Zugfahrzeug geflüchtete Enten mussten Feuerwehrangehörige wieder einfangen und in Behelfsgattern bewachen. Die übrigen Tiere waren noch in weißen Kunststoffboxen im Zugfahrzeug eingeschlossen, von denen ein Teil bereits Flammen ausgesetzt gewesen war. Nach Absprache mit den beiden eingetroffenen Amtstierärzten sollten die Kunststoffboxen entladen und auf ein Ersatzfahrzeug verladen werden. Dazu öffneten die Homberger Einsatzkräfte mit einer Rettungssäge das Dach des Zugfahrzeugs an zwei Stellen, entluden die Boxen mit den Enten und stapelten sie auf der Nordfahrbahn. Die Entladung der Hälfte der 4.700 Enten dauerte bis 06:00 Uhr, also rund drei Stunden. Danach wurden das Zugfahrzeug aufgerichtet und Restmengen von Betriebsstoffen aufgenommen. Die Tiere im Anhänger verblieben im Fahrzeug, das Bergungsunternehmen lud sie später in das Ersatzfahrzeug um. Der Einsatz der Feuerwehr dauerte rund sechs Stunden. Insgesamt blieb die Autobahn noch mehrere Stunden gesperrt, um den Lkw zu bergen und die lebenden Tiere zu retten. Es kam zu erheblichen Behinderungen auf den Autobahnen A 4 und A 7 und auf den Umleitungsstrecken, zumal ein Lkw, der von der Fahrbahn abgekommen war, eine Bedarfsumleitung blockierte. Fazit Für die Freiwillige Feuerwehr Bad Hersfeld war der Einsatz am „Pommer“ bereits der zweite brennende Tiertransporter innerhalb von zwei Jahren. Die Erfahrungen aus dem ersten Einsatz mit lebenden Masthähnchen haben gezeigt, dass eine frühzeitige Alarmierung weiterer Feuerwehren sinnvoll ist. Aufgrund der Differenz zwischen Alarmstichwort und vorgefundener Lage hätte die Nachführung eigener Kräfte zu lange Zeit in Anspruch genommen. „Sehr positiv ist, dass sich die Zusammenarbeit mit den benachbarten Autobahnfeuerwehren aus Wildeck, Kirchheim und Homberg (Efze) etabliert hat und reibungslos funktioniert. Auf den Autobahnen A 4 und A 7 gibt es seit Jahren eine umfassende Kooperationsbereitschaft und hervorragende Hilfe der anderen Autobahnfeuerwehren“, sagte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Stefan Möller. Insbesondere hat sich die frühzeitige Benachrichtigung des Amtsveterinärs als großer Vorteil erwiesen. Hierdurch wird – auch aus Tierschutzgründen – schnell ein schonender Umgang mit den Tieren ermöglicht. Darüber hinaus wurde wieder deutlich, dass Unfälle in diesem Streckenabschnitt beträchtliche Verkehrsbehinderungen im Umfeld der Autobahn verursachen, die sich erheblich auf die Landkreise Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder auswirken, da die Bedarfsumleitungen für den Schwerverkehr nur unzureichend benutzbar sind. Text und Fotos: Christian Bärmann, Feuerwehr Bad Hersfeld Die Freiwillige Feuerwehr Bad Hersfeld Die Freiwillige Feuerwehr Bad Hersfeld ist für 55 Kilometer der A 4 und A 7 zuständig. Insgesamt hat die Autobahnfeuerwehr rund 250–300 Einsätze pro Jahr, wovon ein erheblicher Teil die technische Hilfeleistung auf den Bundesautobahnen betrifft. Aus diesem Grund hat sich eine Alarm- und Ausrückeordnung etabliert, die sich an den Erfahrungen der Vergangenheit orientiert und speziell auf bestimmte Meldebilder abgestimmt ist. Im Streckenabschnitt der A 7 umfasst das Einsatzgebiet die Strecke zwischen der Anschlussstelle Bad Hersfeld-West und dem Parkplatz „Pommer“ in beiden Fahrtrichtungen.


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