Page 5

Florian_07_08_09_12

lässt sich leicht fortsetzen. Wie schnell und stark ein Mensch abgelenkt wird, ist eine Situation, welche im Simulator sehr eindrucksvoll umgesetzt wurde und alle Beteiligten sehr nachdenk-lich machte. Zum Beispiel wurde der Fahrer durch die Aufgabe abgelenkt, während der Fahrt von 300 um drei rückwärts zählen zu müs-sen. Bei allen Teilnehmern sank feststellbar die Konzen-tration auf den Verkehr und viele fuhren mit höherer Ge-schwindigkeit als zuvor bei einer Fahrt ohne zu zählen. Die Mannschaft sowie die Einsatzfahrzeuge sicher an den Einsatzort zu bringen, muss oberste Priorität ha-ben. Durch eine reduzier-te Geschwindigkeit bleibt dem Fahrer mehr Zeit zur Verarbeitung der Informati-onen, zumal bei den in der Regel kurzen Strecken zum Einsatzort ein schnelleres Fahren ein kaum messbares früheres Eintreffen ergeben. Des Weiteren ist die klare Aufgabenverteilung wichtig, so dass sich der Fahrer mit dem Fahren befassen kann und der Beifahrer (Fahr-zeugführer) die Funksprüche entgegennimmt sowie Stra-ßenkarten liest oder das Na-vigationsgerät bedient. Wichtig für eine sichere Einsatzfahrt ist ebenso, dass der Fahrer eine „klare Linie“ fährt. Alle anderen Verkehrs-teilnehmer können nicht die Gedanken des Einsatzfahrers lesen und werden versu-chen, dem Einsatzfahrzeug Platz zu verschaffen. Dies kann jedoch die Geduld des Fahrers verlangen, da auch die anderen Verkehrsteil-nehmer erst einmal erfassen müssen, woher das Einsatz-fahrzeug kommt, wohin es möchte und wo ein Raum für sein eigenes Fahrzeug ist. Dank Hightech ist ein Training im Sinne der Fahrsicherheit möglich. Wird der Einsatzfahrer unge-duldig und versetzt sein Ein-satzfahrzeug plötzlich und für die anderen Verkehrsteil-nehmer nicht wahrnehmbar in die vermeintlich leere Ge-genfahrbahn, so kann dies zu einer kritischen Situation führen, da gerade dort ein anderer Fahrer hinfahren wollte um Platz zu schaffen. Dies sind ebenso Situatio-nen, die im Simulator über-raschend real dargestellt werden. Jeder Teilnehmer hat im Simulator Verkehrssi-tuationen erlebt, welche ihn an schon erlebte Einsatzfahr-ten erinnerten. Der Verkehr im Simulator passt sich an das eigene Handeln und die eigenen Fahrstrategien an und wird jeden Teilnehmer mit Überraschungen wach rütteln. Die Teilnehmer, wel-che nicht am Fahren waren, konnten die Fahrt auf einem Bildschirm mit beobachten, teilweise mit Zusatzinforma-tionen, wie z. B. einen zu ge-ringen Abstand zum voraus-fahrenden Fahrzeug. Dass in diesem Seminar die Rechtsgrundlagen sowie die Grundlagen der Reaktions- zeit und des Bremsweges nicht fehlen, dürfte selbst-verständlich sein. Ein Semi-nar mit „trockener“ Theorie war es auf keinen Fall. Alle Teilnehmer waren sich ei-nig – die Teilnahme hat sich sehr gelohnt und jeder hat etwas für seine zukünftigen Einsatzfahrten mitgenom-men. Text: Florian Kissel Foto: Feuerwehr Gernsheim FLORIAN HESSEN 7/8/9 2012 3


Florian_07_08_09_12
To see the actual publication please follow the link above