Erstmals Integrationspreis Brandschutz verliehen

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Titelbild Integrationspreis 2017
Pokale der Preisträger des Integrationspreises Brandschutz 2017

Wiesbaden/Seeheim-Jugenheim. Werner Koch, Staatssekretär im Hessischen Innenministerium, hat bei der 63. Verbandsversammlung der Hessischen Landesfeuerwehren erstmals den Integrationspreis Brandschutz verliehen. Er ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet wurden die Freiwilligen Feuerwehren Alheim-Niederellenbach und Alheim-Heinebach, Schlüchtern-Innenstadt, Waldems-Reichenbach sowie Bruchköbel. Der Integrationspreis ist ein Baustein der Integrationskampagne Brandschutz des Landes und wurde in Zusammenarbeit mit dem Landesfeuerwehrverband 2016 ins Leben gerufen.

„Die Feuerwehren stehen nicht nur im Dienst der Allgemeinheit, sondern übernehmen hessenweit für unsere Gemeinschaft Verantwortung. Sie sollen allen Bevölkerungsgruppen offenstehen – gleich welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe oder Herkunft die Menschen sind. Die Integrationskampagne Brandschutz soll dazu beitragen, dass Migrantinnen und Migranten sowie die Feuerwehren einfacher zusammenfinden. Dass der Weg zur Feuerwehr keinen kulturellen Schranken unterworfen ist, zeigen die Freiwilligen Feuerwehren, die ausgezeichnet werden, beispielhaft“, so Staatssekretär Werner Koch.

Im Zuge der Verbandsversammlung übergab der Staatssekretär zudem vier Brandschutzfahrzeuge im Gesamtwert von rund 100.000 Euro an die Städte Königstein und Groß-Gerau, an die Gemeinde Modautal sowie an den Kreisausschuss Darmstadt-Dieburg. Insgesamt investiert das Land in diesem Jahr mit 22 Millionen Euro so viel wie noch nie innerhalb eines Haushaltsjahres in die Ausstattung des Brandschutzes in Hessen.

Gewinner des Integrationspreises Brandschutz 2017:

1. Platz mit jeweils 3.000 Euro dotiert:

Freiwillige Feuerwehr Alheim-Niederellenbach und Alheim-Heinebach 

„Integration praktisch erleben“ ist das Motto der Freiwilligen Feuerwehren Alheim-Niederellenbach und Alheim-Heinebach. Auf Basis dieses Leitspruchs gewannen die Brandschützer fünf Flüchtlinge für den aktiven Dienst der beiden Alheimer Ortsteilwehren. Daneben engagieren sich einige Mitglieder der Ortsteilwehren auch unabhängig von ihrem Feuerwehrdienst ehrenamtlich für Flüchtlinge und sorgen so für eine gelungene Vernetzung von allgemeiner Flüchtlingshilfe ihrer Arbeit in der ortsansässigen Feuerwehr.

2. Platz mit 2.000 Euro dotiert

Freiwillige Feuerwehr Schlüchtern-Innenstadt

Die Feuerwehr Schlüchtern betreut Flüchtlinge umfassend, integriert sie in die Jugendfeuerwehr und Einsatzabteilung und betreibt eine aktive Mitgliederwerbung. Im Rahmen eines „Neubürgerempfang“ der Stadt Schlüchtern im November 2016 warb die Freiwillige Feuerwehr für die Integration von Flüchtlingen in den Einsatzdienst. Mittlerweile unterstützen insgesamt drei Flüchtlinge die Einsatzabteilung sowie die Jugendfeuerwehr in Schlüchtern.

3. Platz mit 1.000 Euro dotiert

Freiwillige Feuerwehr Waldems-Reichenbach

Die Feuerwehr befasst sich schon sehr lange mit dem Thema Integration und legt dabei den Fokus auf Vielfalt in der Feuerwehr sowie die erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in die Feuerwehr. Durch diese Bemühungen konnte auch ein Flüchtling in die Feuerwehr integriert werden; die Kosovarin ist mittlerweile nicht nur als Oberlöschmeisterin Teil der Einsatzabteilung, sondern auch bei den Löschzwergen und als Voraus-Helferin aktiv.

Sonderpreis mit 500 Euro dotiert:

Freiwillige Feuerwehr Bruchköbel

Durch einen praxisbezogenen „Einsteigerkurs“ für die Mitarbeit in der Einsatzabteilung, der für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund angeboten wurde, gelang es der Feuerwehr Bruchköbel, neben einigen weiteren Neueinsteigern auch einen Asylbewerber zu integrieren und Sprachbarrieren abzubauen.

Hintergrund:

Integrationskampagne:

Die „Integrationskampagne Brandschutz“ wurde im Jahr 2016 ins Leben gerufen und ist über mehrere Jahre angelegt. Ziel der Kampagne ist es, einerseits Menschen mit Migrationshintergrund direkter anzusprechen und andererseits auch den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren Hilfestellungen dafür zu geben, wie sie Frauen und Männer mit ausländischen Wurzeln besser integrieren können. Neben der Einführung des Integrationspreises Brandschutz wurden z. B. Interkulturelle Berater etabliert und es wurden zwei neue Seminare an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel angeboten.

Integrationspreis Brandschutz:

Der Integrationspreis des Hessischen Innenministeriums, den es gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband vergibt, fördert Projekte um Menschen mit Migrationshintergrund. Er wird in drei Stufen vergeben und ist insgesamt mit 6.000 Euro dotiert. Der Integrationsbeirat entschied mittels Mehrheitsbeschluss über die die 1. bis 3. Plätze und danach einstimmig, dass der Sonderpreis an die Freiwillige Feuerwehr Bruchköbel gegeben werden soll. Die durchgeführte Aktion erfüllte doch noch mehr die Anforderungen an einen Preisträger als die Aktionen der Nichtgewinner.

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