Feuerwehr Berndorf ist Feuerwehr des Monats

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Hauptbild FdM Juli 2015
Staatssekretär Werner Koch mit der Berndorfer Feuerwehr und ihren Ehrengästen

Die Freiwillige Feuerwehr aus dem Twistetaler Ortsteil Berndorf ist Feuerwehr des Monats Juli 2015. Innenstaatssekretär Werner Koch überreichte der Feuerwehr am 12. August 2015 die Auszeichnung bei einer Feierstunde im Feuerwehrhaus. „Der Erfolg der Berndorfer  Jugendfeuerwehr ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von großem ehrenamtlichem Engagement und einer klugen Strategie, bei der alle an einem Strang ziehen“, sagte der Staatssekretär.

Bei rund 1.800 Einwohnern in Berndorf sind 50 Mädchen und Jungen bei der Jugendfeuerwehr aktiv. Somit zählt die Jugendfeuerwehr Berndorf zu den größten Jugendfeuerwehren des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

„Von der Brandschutzerziehung in der Grundschule, über ein abwechslungsreiches Übungs- und Freizeitangebot, bis hin zur Übernahme in die Einsatzabteilung: Die Freiwillige Feuerwehr in Berndorf macht vor, wie gut eine lebendige und erfolgreiche Nachwuchsarbeit  funktioniert“, lobte der Staatssekretär.

Wie kam es dazu?

In den 90er Jahren hatte die Einsatzabteilung der Feuerwehr Berndorf ein Durchschnittsalter von 40 Jahren und es war kaum Nachwuchs in Sicht.

Das „Vier-Phasen-Konzept“ war die Antwort auf die Frage, wie sie attraktiver für den Nachwuchs werden könnten. Grundlegend dabei war, die verschiedenen Altersklassen immer wieder mit abwechslungsreichen, spannenden und außergewöhnlichen Übungen anzusprechen und so immer wieder aufs Neue die Lust auf die Feuerwehr zu wecken.

Phase 1: Kinder und Jugendliche in die Jugendfeuerwehr holen

Regelmäßig im Herbst wird in der 4. Grundschulklasse Brandschutzerziehung an zwei Projekttagen veranstaltet und so das Interesse der Kinder für die Feuerwehr geweckt. Am zweiten Abend gibt es dann gleich noch einen Begrüßungsabend in der Feuerwehr – und regelmäßig bleiben dann einige der Kinder in der Jugendfeuerwehr „hängen“. Dies ist ein positiver Nebeneffekt der Brandschutzerziehung.

Phase 2: Jugendliche in der Jugendfeuerwehr halten

Durch abwechslungsreiche, spannende und außergewöhnliche Übungen wird bei den Jugendlichen immer wieder aufs Neue die Lust auf Feuerwehr geweckt. Ziel ist „das maximale an verrückten und coolen Aktionen“ auszuprobieren. Das Freizeitangebot ist  abwechslungsreich, ein Highlight sicher der Dänemark-Urlaub im Sommer. Aber auch Erfolge bei Wettbewerben hält die Jugendlichen.

Phase 3: Jugendliche in die Einsatzabteilung übernehmen

Mit 17 Jahren, werden die Jugendlichen automatisch in die Einsatzabteilung übernommen und bekommen gleich ihren Spind und Einsatzkleidung – oft noch bei einem JugendfeuerwehrÜbungsabend. Das senkt die Hürde, zum Übungsabend der Erwachsenenwehr zu kommen. Die Wehrführung reserviert auch schon früh einen Platz für die Grundausbildung. Sogar um die Fahrt zum Lehrgangsort kümmert sich die Wehrleitung.

Phase 4: Junge Erwachsene in der Einsatzabteilung halten

Junge Einsatzabteilungsmitglieder können aufgrund von Studium oder Ausbildung oft nicht mehr direkt vor Ort leben und so leider nicht regelmäßig an den Übungsdiensten teilnehmen. Früher  wurde in Berndorf wöchentlich geübt, jedoch war die Teilnehmerzahl sehr  gering und effektive Übungen waren nur selten möglich. Nun übt die Einsatzabteilung in Berndorf nur noch zweimal im Monat – jeden ersten Mittwochabend und jeden dritten Samstag im Monat. So können auch Studenten in der Regel zumindest an einem Termin teilnehmen. Die seltener stattfindenden Übungen sind dann aber umso interessanter gestaltet.

Dieses 4-Phasen-Konzept mit weiteren begleitenden Maßnahmen hat sich bewährt. Alle Wehrführer der jüngeren Vergangenheit waren zuvor als Jugendfeuerwehrwart tätig. Der stellvertretende Wehrführer ist oft parallel noch im Jugendwarte-Team aktiv und der aktuelle  Jugendwart war selbst früher Mitglied der Jugendfeuerwehr.

Die Jugendfeuerwehr Berndorf lebt ganz nach dem Motto „Unsere Welt ist bunt“. So war ein Kind mit Down-Syndrom zum Beispiel viele Jahre Mitglied in der Jugendfeuerwehr. Mittlerweile ist der junge Mann sogar Mitglied in der Einsatzabteilung und wird mit seinen Fähigkeiten im Feuerwehrdienst eingesetzt.

Im vergangenen Jahr bewarb sich die Jugendfeuerwehr Berndorf bei der Aktion „Superverein 2014“. Der Wettbewerb wurde von der „Waldeckischen Landeszeitung Frankenberger Zeitung“ veranstaltet. Insgesamt bewarben sich dreißig Vereine um den Titel. In einem engen  Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Bottendorfer Musikzug belegte die Jugendfeuerwehr einen tollen Platz zwei. Auch das Thema Öffentlichkeitsarbeit wird in der gesamten Feuerwehr Berndorf groß geschrieben: So sind alle Abteilungen in Facebook aktiv und informieren  regelmäßig über alles, was in der Feuerwehr, Jugend- und Kinderfeuerwehr passiert.

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