„Flüchtlinge für Ehrenamt gewonnen“

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Titel FdM Juli 2017
Innenminister Peter Beuth bei der Auszeichnung Feuerwehr des Monats in Mühlheim am Main

Der Hessische Innenminister Peter Beuth hat die Freiwillige Feuerwehr Mühlheim am Main zu Hessens „Feuerwehr des Monats Juli 2017“ gekürt. Die Brandschützerinnen und Brandschützer aus dem Kreis Offenbach erhielten die Ehrung für ihr Engagement bei der Inklusion und Integration. Die Auszeichnung ist mit 500 Euro dotiert.

„Die Freiwillige Feuerwehr Mühlheim steht mitten in der Gesellschaft und versteht es, Menschen für ihre wichtige Arbeit zu begeistern. So gelang es ihr, fünf Flüchtlinge für das Ehrenamt zu gewinnen, die jetzt als Kameraden voll integriert sind. Ebenso lebt die Feuerwehr Inklusion und betreut ein autistisches Kind in der Kinderabteilung. Diese Beispiele zeigen, wie bunt die Welt der Feuerwehr ist“, so Innenminister Peter Beuth.

Starke Beanspruchung – eine besondere Herausforderung im Bereich der Mitgliederwerbung

Die mitten im Rhein-Main-Gebiet gelegene Feuerwehr gehört zu den stark in Anspruch genommenen Wehren des Kreises Offenbach. Die Einsatzkräfte waren im Jahr 2016 bei insgesamt 466 Einsätzen gefordert. Sie mussten zu Verkehrsunfällen, Fahrzeugbränden, Einsätzen auf der Bundeswasserstraße und zahlreichen Brand- und Unwettereinsätzen ausrücken. Hierbei nahmen die technischen Hilfeleistungen, zu denen auch Patientenrettungen gehören, den Großteil der Einsätze ein. Die Freiwillige Feuerwehr Mühlheim besteht aus 273 Mitgliedern, davon gehören 46 der Kinderfeuerwehr und 54 der Jugendfeuerwehr an. Sie tragen die Verantwortung für mehr als 28.000 Bürgerinnen und Bürger.

Das stellte die Feuerwehr vor besondere Herausforderungen im Bereich der Mitgliederwerbung und spornte sie dazu an, in den Stadtteilen Lämmerspiel und Mühlheim Kinderfeuerwehrgruppen zu gründen, die bereits in der Gründungsphase überdurchschnittlich gut besucht waren.

Es zeigte sich dabei deutlich, dass dieser Weg der Mitgliederwerbung, neben vielen anderen einzelnen Bausteinen, unabdingbar ist. Damit konnte sowohl das Interesse an der Jugendfeuerwehr, die in Mühlheim als Stadtjugendfeuerwehr organisiert ist, gesteigert, als auch die Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr gestützt werden.

Inklusion und Integration

Dieses Zusammenrücken erweist sich auch bei der Inklusion sowie der Integration als ausgesprochen positiv. Die Feuerwehr  Mühlheim betreut nämlich in der Kinderabteilung auch ein autistisches Kind und erfüllt diesem damit den Wunsch, ein Teil der Feuerwehr sein zu können.

Seit 2015 hat sie darüber hinaus zwei Syrer, zwei Eritreer sowie einen Georgier in die Einsatzabteilung aufgenommen. Jedes dieser neuen Mitglieder bekam einen Paten zur Seite gestellt, der die englische Sprache beherrscht und damit die anfänglichen Sprachbarrieren zu überwinden half.

Auch wenn das neben der ohnehin arbeitsreichen Tätigkeit der freiwilligen Einsatzkräfte eine besondere Herausforderung darstellte, hielt das Team zusammen und schaffte es bereits nach kurzer Zeit, diese neuen Mitglieder zu Einsatzkräften auszubilden und auf das Absolvieren des Grundlehrganges vorzubereiten. Kulturelle Unterschiede werden dabei als Chance und nicht als Hindernis angesehen. Das führte zu einem interessanten Austausch.

Hier finden Sie den Artikel im Florian Hessen

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